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04.10.2020-07.02.2021: Das Piranesi-Prinzip - Ausstellung zum 300. Geburtstag des großen italienischen Meisters

Data:

07/10/2020


04.10.2020-07.02.2021: Das Piranesi-Prinzip - Ausstellung zum 300. Geburtstag des großen italienischen Meisters

kunstbibliothek

 

04.10.2020 - 07.02.2021

Kunstbibliothek: Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

Den 300. Geburtstag von Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) am 4. Oktober 2020 feiert die Kunstbibliothek Berlin mit der Ausstellung „Das Piranesi-Prinzip“. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Piranesi-Bestände der Kunstbibliothek, die eines der weltweit größten Konvolute von Handzeichnungen des Künstlers besitzt. Gemeinsam mit den Sammlungen des Kupferstichkabinetts machen sie Berlin zu einem Hotspot des Piranesi-Jahrs.

Leitidee der Ausstellung ist das „Piranesi-Prinzip“: das konsequente Recycling von Relikten und Artefakten vergangener Kulturen, von Bildideen und –techniken der Künste und Wissenschaften, von materiellen Resten und Arbeiten der eigenen Werkstattproduktion. Auf dieser Basis hat Piranesi ein immenses druckgraphisches Werk von Tausenden von Blättern geschaffen, das über ganz Europa verbreitet wurde. Ohne Respekt vor konventionellen Geschmacks- und Epochengrenzen hat er das Prinzip des kreativen Kombinierens und Rekombinierens radikal gelebt. Sein Feindbild war die „monotona carreggiata“, die eintönige Fahrspur des Mainstreams. Streitlustig ging er seine Widersacher an, und dabei zielte er – zum Beispiel mit der satirischen Darstellung seines Exkrements - durchaus auch unter die Gürtellinie.

Die in Zusammenarbeit mit Studierenden der Humboldt Universität zu Berlin konzipierte Ausstellung führt den Leser an die unterschiedlichen geistigen und realen Orte, an denen Piranesi lebte und wirkte: in seine Wahlheimat Rom, deren Ruinen und archäologischen Schätze er künstlerisch und unternehmerisch verwertete, in die Welt des Theaters, von dessen Bühnenbildern er sich inspirieren ließ, in das Labor seiner wissenschaftlichen Bildproduktion und nicht zuletzt in seinen „Palazzo Tomati“, der Künstlerresidenz, Kunst- und Designfabrik in einem war. Am Schluss steht die „Arena“, der gesellschaftliche Raum, in dem Piranesi Freundschaften schloss und Feindschaften begann.

Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt auf der in der Kunstbibliothek befindlichen Sammlung von Handzeichnungen Piranesis. In erster Linie handelt es sich um Ideenskizzen zu den berühmten „Cammini“, einer 1769 erschienenen Publikation, in der Piranesi sein Prinzip der Kombination und Rekombination von Fragmenten und Stilelementen in großformatigen Kaminentwürfen programmatisch durchexerzierte. Auch die Zeichenblätter selbst, die auf ihre Vorder- und Rückseiten für immer neue Entwürfe verwendet wurden, waren Teil dieses Recycling-Systems. Erstmals werden diese Dokumente der künstlerischen und handwerklichen Produktionen Piranesis in einer Ausstellung gezeigt und in einem Katalog wissenschaftlich publiziert.

Weitere Informationen finden Sie HIER.

Abbildung: Giovanni Battista Piranesi, Veduta di Roma – Der Petersdom mit den Kolonnaden und dem Petersplatz, Detail, um 1750, Radierung © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Knud Petersen


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