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12.08.2021: Erklärung des Staatspräsidenten Mattarella anlässlich des 77. Jahrestages des Massakers von Sant'Anna di Stazzema

Data:

12/08/2021


12.08.2021: Erklärung des Staatspräsidenten Mattarella anlässlich des 77. Jahrestages des Massakers von Sant'Anna di Stazzema

Der Präsident der Italienischen Republik, Sergio Mattarella, gab folgende Erklärung ab:

"Am 12. August vor siebenundsiebzig Jahren verübten SS-Soldaten im Gebiet von Stazzema eines der schrecklichsten Massaker des gesamten Krieges an wehrlosen Zivilisten. Aberhunderte fanden den Tod. Kinder wurden zusammen mit ihren Müttern und Großeltern brutal ermordet. Stazzema galt als Zufluchtsort für die Schwächsten, für Vertriebene. Stattdessen wurde es zu blutgetränktem Boden, zum Schauplatz schrecklicher Grausamkeiten und niederträchtiger Missachtung von Menschenleben, bis hin zur grauenhaften Verbrennung von Opfern auf der Piazza di St. Anna.

Ein solches Grauen darf niemals in Vergessenheit geraten. Es ist Teil des Erbes, das ältere Generationen an die jüngeren weitergeben. In so viel Schmerz, in diesem Abgrund der Unmenschlichkeit, liegen die Wurzeln der wiedergewonnenen Freiheit, in unserem Land und in Europa. Die Republik entstand gerade aus der Ablehnung der Kultur des Todes, des bis zu einer Ideologie der Vernichtung getriebenen Willens zur Macht. Das zur Gemeinschaft gewordene Europa ist die friedliche und zukunftsweisende Antwort auf den Nationalismus, der so viele Konflikte auf unserem Kontinent hervorgebracht hat.

Die Republik verneigt sich heute vor der Gedenkstätte in Stazzema. Die Italiener fühlen sich tief verbunden mit den Familien der Opfer des Massakers und den tapferen Überlebenden, die ihr ganzes Leben lang die Last eines so großen Schmerzes getragen haben und mit der Kraft ihres Zeugnisses weiterhin daran arbeiten, die einfachste und kraftvollste Botschaft zu verbreiten, an sie zu erinnern und sie weiterzugeben: Nie wieder.

Möglich war die Befreiung von Unterdrückung und so viel Leid dank des Geistes der Solidarität und Gerechtigkeit, der Achtung der unantastbaren Rechte, die unser Volk durchsetzen konnte. Demokratie und Freiheit müssen heute durch bürgerliche Werte und Gemeinschaftssinn ständig gestärkt werden. Auch aus diesem Grund bleibt die Erinnerung an die dramatischsten Momente ein wertvolles Erbe, um die Herausforderungen zu bewältigen, die neue Zeiten und notwendige Innovationen mit sich bringen.

Rom, 12. August 2021


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