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21.02.2020: Pressemitteilung: Deutschland-Italien, Minister Franceschini gibt einer jüdischen Familie in Deutschland eine von den Nationalsozialisten geraubte Statue des Bildhauers della Robbia zurück

Data:

21/02/2020


21.02.2020: Pressemitteilung: Deutschland-Italien, Minister Franceschini gibt einer jüdischen Familie in Deutschland eine von den Nationalsozialisten geraubte Statue des Bildhauers della Robbia zurück

Eine als NS-Raubkunst einer jüdischen Familie in Deutschland entzogene Statue der Heiligen Magdalena von Andrea della Robbia kehrt nach Deutschland zurück. Sie war in der Nachkriegszeit irrtümlich Italien übergeben worden. Der italienische Minister für Kulturgüter, kulturelle Aktivitäten und Tourismus Dario Franceschini nahm heute in Berlin gemeinsam mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters und dem Kommandanten der Carabinieri-Einheit für den Schutz des Kulturerbes Roberto Riccardi an der Feier zur Restitution des Werkes an die rechtmäßigen Eigentümer teil.

„Wenige Wochen nach dem 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau - so Minister Franceschini - ist diese Rückgabe ein weiterer Schritt, um das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu ehren und die kulturellen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland zu festigen. Der auf die Rassengesetze folgende Raub des kulturellen Erbes ist eine schwarze Seite in der Geschichte der Menschheit, die noch immer nicht überwunden ist. Mit Staatsministerin Grütters, mit der wir uns zusammen für den Schutz des kulturellen Erbes einsetzen, haben wir eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Mit Verweis auf die Anwendung der Washington Conference Principles on Nazi-Confiscated Art vom 3. Dezember 1998 bekräftigen wir darin unsere Verpflichtung zur Rückgabe der während des NS-Regimes beschlagnahmten Werke und zur Verstärkung der Maßnahmen gegen den illegalen Handel.“

Hierbei erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Das Ziel der Bundesregierung bleibt weiterhin, den NS-Kunstraub rückhaltlos aufzuarbeiten. Dabei sind wir auch auf die Mithilfe anderer Länder angewiesen, denn die von den Nazis geraubte Kunst befindet sich heute vielfach auch außerhalb Deutschlands. Bei Andrea della Robbias Statue unterstützt Deutschland Italien bei der Rückgabe an die rechtmäßigen Erben. Damit übernehmen Italien und Deutschland gemeinsam historische Verantwortung. Ich danke meinem italienischen Amtskollegen Dario Franceschini herzlich für das Vertrauen, das er meinem Haus mit der Übergabe entgegenbringt – es ist ein gutes Beispiel für die internationale Zusammenarbeit gerade auch in diesem Bereich. Diese müssen wir verstärken – das sind wir den Opfern der Nationalsozialisten schuldig!“

Die Andrea della Robbia zugeschriebene Statue der Heiligen Maria Magdalena wurde in den Uffizien in Florenz aufbewahrt. Die Alliierten hatten Sie 1954 irrtümlich an die italienische Regierung zurückgegeben, wie es das Abkommen zwischen den Regierungschefs beider Länder, Konrad Adenauer und Alcide De Gasperi, vorsah, dessen Gegenstand unter anderem die Rückgabe der während des Krieges unrechtmäßig nach Deutschland gelangten Kunstwerke war. Wie die Carabinieri-Einheit für den Schutz des Kulturerbes in Florenz und die Experten der Uffizien feststellten, hatte die von den Amerikanern in den Sammlungen von General Hermann Göring gefundene Skulptur dem Kunsthaus Drey in München gehört. Dieses war damals im Besitz der jüdischen Familien von Siegfried Drey und Ludwig Stern, die unter dem Druck der nationalsozialistischen Rassengesetze gezwungen waren, ihre gesamten Kunstwerke öffentlich zu versteigern, die daraufhin verschollen waren. Der Prozess der Ausgliederung des Werkes aus staatlichem Besitz, der durch die Arbeit des Komitees für die Wiederherstellung und Restitution des Kulturerbes des italienischen Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit dem Carabinieri-Kommando zum Schutz des Kulturerbes, den Uffizien und der Staatsanwaltschaft durchgeführt wurde, hat dazu geführt, dass das Werk von della Robbia über die deutsche Bundesregierung an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben werden konnte.

Rom, 20. Februar 2020


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