﻿{"id":4139,"date":"2020-05-28T16:07:45","date_gmt":"2020-05-28T14:07:45","guid":{"rendered":"https:\/\/ambberlino.esteri.it\/news\/dall_ambasciata\/2020\/05\/02-06-2020-discorso-dell-ambasciatore-2\/"},"modified":"2020-05-28T16:07:45","modified_gmt":"2020-05-28T14:07:45","slug":"02-06-2020-discorso-dell-ambasciatore-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ambberlino.esteri.it\/de\/news\/dall_ambasciata\/2020\/05\/02-06-2020-discorso-dell-ambasciatore-2\/","title":{"rendered":"02.06.2020: Rede des Botschafters Luigi Mattiolo zum 74. Feiertag der Italienischen Republik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Of9NCAXxt3M\" frameborder=\"0\" width=\"560\" height=\"315\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\"><\/iframe><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Liebe Freunde,<\/strong><\/p>\n<p>am heutigen Tag, dem 2. Juni, begehen wir erneut den Nationalfeiertag der Italienischen Republik.<br \/>Es w\u00e4re mir eine Freude gewesen, ihn wie in der Vergangenheit mit einem Empfang in unserer Botschaft zu feiern.<br \/>Leider k\u00e4mpfen wir immer noch mit einer schrecklichen Epidemie. Wir m\u00fcssen weiterhin vorsichtig sein. Daher k\u00f6nnen wir uns nicht pers\u00f6nlich treffen, sondern nur virtuell.<\/p>\n<p>In diesem Augenblick sind meine Gedanken bei den vielen Opfern der Pandemie und ihren Familien in Italien, Europa und der Welt.<br \/>In den letzten Wochen haben unser Land und ich selbst gro\u00dfartige Gesten der Solidarit\u00e4t und bewegende Zeichen der Verbundenheit von Deutschland, seiner Bev\u00f6lkerung, den Beh\u00f6rden des Bundes und der L\u00e4nder, den Bundestagsabgeordneten und der Zivilgesellschaft erlebt.<br \/>Die Verlegung zahlreicher italienischer Patienten nach Deutschland, die der Behandlung deutscher \u00c4rzte und Pfleger anvertraut wurden, war ein au\u00dferordentliches Beispiel europ\u00e4ischer Solidarit\u00e4t, das wir nie vergessen werden.<\/p>\n<p>Die Pandemie hat unser Leben, unsere Gewohnheiten, unsere Arbeit grundlegend ersch\u00fcttert. Sie forderte von uns Entscheidungen und Opfer, auf die wir nicht vorbereitet waren.<br \/>Ich denke jedoch, dass sie unter verschiedenen, individuellen und kollektiven Gesichtspunkten auch einen &#8222;Moment der Wahrheit&#8220; darstellt.<\/p>\n<p>Die derzeitige Krise ist die schwerste seit dem Zweiten Weltkrieg. Ihre wirtschaftlichen und sozialen Folgen werden noch lange andauern und uns alle ausnahmslos treffen.<br \/>Wir sind in Europa durch ein gemeinsames Schicksal miteinander verbunden. Die Pandemie hat dies auf dramatische Weise verdeutlicht.<br \/>Ich bin \u00fcberzeugt, dass wir diesen Kampf nur gewinnen k\u00f6nnen, wenn wir zusammenhalten.<br \/>Die Reaktion Europas muss koordiniert, angemessen und zeitnah erfolgen, wenn sie wirksam sein soll.<br \/>Wir m\u00fcssen uns um die Bed\u00fcrfnisse jedes europ\u00e4ischen B\u00fcrgers genauso k\u00fcmmern, wie um die Belange unserer Landsleute.<br \/>Sonst werden wir eines Tages auch dieses gro\u00dfartige Projekt der europ\u00e4ischen Integration, das seit \u00fcber 60 Jahren Frieden und Wohlstand f\u00fcr unsere V\u00f6lker sicherstellt, zu den Opfern der Pandemie z\u00e4hlen m\u00fcssen.<br \/>Das k\u00f6nnten wir uns niemals verzeihen.<\/p>\n<p>In Italien nehmen wir diese ernste Gefahr intensiv wahr. Wir wissen, wie viel von unserem Wohlstand wir der politischen und wirtschaftlichen Integration verdanken, die wir in Europa mit dem Beitrag aller Mitgliedstaaten aufbauen.<\/p>\n<p>Heute stehen die Gegenwart und die Zukunft unseres Kontinents auf dem Spiel.<br \/>Die COVID-Krise, die in ihrer Ausdehnung bisher symmetrisch verlief, ist sowohl innerhalb Italiens als auch in Deutschland in der St\u00e4rke ihrer Auspr\u00e4gung asymmetrisch.<br \/>Denn sie hat die am st\u00e4rksten industrialisierten und miteinander vernetzten Regionen unserer beiden L\u00e4nder h\u00e4rter getroffen.<br \/>Deshalb m\u00fcssen wir alles tun, um unsere Gegenma\u00dfnahmen landesweit symmetrisch zu gestalten.<\/p>\n<p>Notwendig ist, dass alle L\u00e4nder der Union mit \u00e4hnlichen Ma\u00dfnahmen rechnen k\u00f6nnen, wie Deutschland sie f\u00fcr seine B\u00fcrger ergreifen konnte.<br \/>Andernfalls wird es zu einer Fragmentierung des Binnenmarktes und der innereurop\u00e4ischen Wertsch\u00f6pfungsketten kommen.<br \/>Europa w\u00fcrde damit an den Rand der globalen politischen und wirtschaftlichen Realit\u00e4t gedr\u00e4ngt.<br \/>Deutschland ist sich dessen bewusst, und die Zeichen, die ich in diesen Tagen wahrnehme, stimmen mich zuversichtlich.<br \/>Entscheidungen, Optionen, wirtschaftliche und finanzielle Instrumente f\u00fcr die Zukunft der Europ\u00e4ischen Union, die bis vor kurzem noch unvorstellbar waren, stehen nun im Mittelpunkt der Debatte.<\/p>\n<p>Darin sehe ich die besten Voraussetzungen daf\u00fcr, dass Europa &#8211; mit dem starken Impuls Deutschlands, das die EU-Ratspr\u00e4sidentschaft \u00fcbernehmen wird &#8211; auf diese beispiellose Krise mit Mut, Solidarit\u00e4t und Weitsicht reagieren kann.<\/p>\n<p>Ich bin sicher, dass Italien und Deutschland weiterhin eng miteinander und mit den anderen Partnern kooperieren werden, damit die Europ\u00e4ische Union ges\u00fcnder, st\u00e4rker und geeinter als zuvor aus der Krise hervorgeht.<br \/>Die Kraft daf\u00fcr ziehen wir aus den tiefen Banden der Freundschaft und Solidarit\u00e4t, die uns unaufl\u00f6slich miteinander verbinden.<br \/>Daf\u00fcr m\u00fcssen wir auch Mut haben. Dieser erw\u00e4chst aus dem Bewusstsein, dass die St\u00e4rkung der Rolle und Souver\u00e4nit\u00e4t Europas in der Welt die richtige Entscheidung ist.<br \/>Die Freundschaft zwischen unseren beiden V\u00f6lkern ergibt sich auch aus dem Vorbild, dem Engagement und der Anstrengung vieler Italiener, die hier in Deutschland leben, arbeiten und ihre Kinder gro\u00dfziehen.<\/p>\n<p>Die Italiener in Deutschland haben sich der Pandemiekrise mit gro\u00dfem Mut gestellt und oft unter ihren schweren Folgen gelitten.<br \/>Die Botschaft und die Konsulate in Deutschland sind &#8211; heute mehr denn je &#8211; entschlossen, auf ihre Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche einzugehen.<br \/>Daher richte ich einen ganz besonderen Gru\u00df an meine Landsleute in Deutschland und spreche ihnen f\u00fcr die Zukunft von ganzem Herzen Mut zu.<\/p>\n<p>Liebe Freunde,<br \/>ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Unterst\u00fctzung und Hilfe in meiner diplomatischen Mission.<br \/>Meine gr\u00f6\u00dfte Hoffnung ist, dass ich Sie bald wieder in der Italienischen Botschaft in Berlin begr\u00fc\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Es lebe Italien, es lebe Deutschland, es lebe Europa!<\/p>\n<p>Berlin, 2. Juni 2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a0 Liebe Freunde, am heutigen Tag, dem 2. Juni, begehen wir erneut den Nationalfeiertag der Italienischen Republik.Es w\u00e4re mir eine Freude gewesen, ihn wie in der Vergangenheit mit einem Empfang in unserer Botschaft zu feiern.Leider k\u00e4mpfen wir immer noch mit einer schrecklichen Epidemie. Wir m\u00fcssen weiterhin vorsichtig sein. 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