﻿{"id":4527,"date":"2016-08-16T16:58:06","date_gmt":"2016-08-16T14:58:06","guid":{"rendered":"https:\/\/ambberlino.esteri.it\/news\/dall_ambasciata\/2016\/08\/articolo-dell-ambasciatore-della-2\/"},"modified":"2016-08-16T16:58:06","modified_gmt":"2016-08-16T14:58:06","slug":"articolo-dell-ambasciatore-della-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ambberlino.esteri.it\/de\/news\/dall_ambasciata\/2016\/08\/articolo-dell-ambasciatore-della-2\/","title":{"rendered":"Gastkommentar des Botschafters der Italienischen Republik Pietro Benassi,  erschienen am 12. August 2016 in &#8222;Die Welt&#8220; auf Seite Drei"},"content":{"rendered":"<p><strong>GASTKOMMENTAR <\/strong>(<a href=\"resource\/doc\/2016\/08\/welt_gastkommentar_benassi_solo_articolo.pdf\">Originaltext<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Made in Italy<\/strong><br \/>PIETRO BENASSI<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den vielen Herausforderungen f\u00fcr Europa in diesem Sommer 2016 geh\u00f6rt nicht zuletzt die Art und Weise, wie wir Europ\u00e4er uns selbst sehen. Seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise ist die mediale Darstellung Europas von gegenseitigen klischeebehafteten Schuldzuweisungen gepr\u00e4gt. Dazu geh\u00f6ren leider in letzter Zeit einseitige Berichterstattungen \u00fcber Italien und seine Wirtschaft, die der Realit\u00e4t des Ganzen nicht gerecht werden. Dieser Tendenz konnte sich bedauerlicherweise selbst die \u201eWelt\u201c nicht ganz entziehen. Sicherlich hat Italien unter den Konsequenzen der 2008 in den USA entstandenen Krise sehr gelitten. Aber die italienische Regierung und die Italiener haben unheimliche Anstrengungen auf sich genommen, um diese zu bew\u00e4ltigen, strukturelle Reformen durchzuf\u00fchren und gleichzeitig die finanzielle Stabilit\u00e4t zu erhalten \u2013 und das w\u00e4hrend der l\u00e4ngsten Wirtschaftskrise seit der Nachkriegszeit. 2015 w\u00e4chst die italienische Wirtschaft erstmals wieder nach drei aufeinanderfolgenden Jahren des R\u00fcckgangs und verzeichnet eine Wachstumsrate von real 0,8 Prozent. Auch wenn sich die internationale Konjunktur in den letzten Monaten verschlechtert hat, wird das italienische Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich weiter steigen, und auch die Zahl der Arbeitspl\u00e4tze w\u00e4chst wieder. Zu verdanken ist dies auch der St\u00e4rke des Labels \u201eMade in Italy\u201c. Unsere Handelsbilanz \u2013 ohne Energieprodukte \u2013 steht mit einem \u00dcberschuss von 87,2 Milliarden USD weltweit an f\u00fcnfter Stelle. Dies verdeutlicht die starke internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der italienischen Industrie. Italien hat einen umfassenden Reformprozess auf den Weg gebracht. Einiges davon ist schon verwirklicht: die Reformen des Arbeitsmarktes (Jobs Act), der \u00f6ffentlichen Verwaltung, des Schulwesens, der Zivilgerichtsbarkeit. Die Verfassungsreform, welche die Gesetzgebung vereinfachen soll, wurde vom Parlament verabschiedet und muss jetzt per Referendum von den W\u00e4hlern gebilligt werden. Was die Finanzstabilit\u00e4t angeht, ist Italien das einzige europ\u00e4ische Land, das seit mehr als 23 Jahren mit Ausnahme von 2009 einen Prim\u00e4r\u00fcberschuss zu verzeichnen hat, d. h. die Staatsausgaben \u2013 ohne Schuldentilgung \u2013 sind seit 20 Jahren strukturell niedriger als die Einnahmen. Dank der mutigen Rentenreformen der letzten Jahre ist die Staatsverschuldung langfristig eine der nachhaltigsten in Europa. Die Senkung der Staatsverschuldung im Verh\u00e4ltnis zum BIP bleibt zwar eine Herausforderung, die jedoch nicht nur von den Schulden, sondern auch vom Wachstum des BIP abh\u00e4ngt. Leider ist das Wachstum immer noch gering, auch weil die Rezepte f\u00fcr die Euro-Zone prozyklisch waren, d. h. die Rezession wurde durch die Sparma\u00dfnahmen und die daraus entstehende schwache Nachfrage weiter verl\u00e4ngert. Deshalb pl\u00e4dieren wir f\u00fcr eine wachstumsfreundlichere Wirtschaftspolitik in Europa. Wirtschaftspolitisch war Europa in den letzten Jahren weniger erfolgreich als die USA, die eine konsequente, wachstumsf\u00f6rdernde Politik verfolgt haben. Wachstum und Besch\u00e4ftigung bilden auch die Voraussetzung f\u00fcr ein b\u00fcrgern\u00e4heres Europa, das wir alle so dringend brauchen: Wie Ministerpr\u00e4sident Renzi, Bundeskanzlerin Merkel und Pr\u00e4sident Hollande bei ihrem Treffen im Juni \u2013 ein zweites wird bald folgen \u2013 bekr\u00e4ftigten, muss Europa sein Wohlstandsversprechen an seine Bev\u00f6lkerung halten. Daf\u00fcr brauchen wir Europ\u00e4er keine Klischees, sondern mehr Einsicht und Bewusstsein f\u00fcr die Kraft unserer europ\u00e4ischen Vielfalt.<\/p>\n<p><em>Der Autor ist Botschafter der Italienischen Republik in Berlin<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"GASTKOMMENTAR (Originaltext) Made in ItalyPIETRO BENASSI Zu den vielen Herausforderungen f\u00fcr Europa in diesem Sommer 2016 geh\u00f6rt nicht zuletzt die Art und Weise, wie wir Europ\u00e4er uns selbst sehen. 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