﻿{"id":4345,"date":"2018-06-06T10:20:28","date_gmt":"2018-06-06T08:20:28","guid":{"rendered":"https:\/\/ambberlino.esteri.it\/news\/dall_ambasciata\/2018\/06\/saluto-di-s-e-benassi-in-occasione\/"},"modified":"2018-06-06T10:20:28","modified_gmt":"2018-06-06T08:20:28","slug":"saluto-di-s-e-benassi-in-occasione","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ambberlino.esteri.it\/it\/news\/dall_ambasciata\/2018\/06\/saluto-di-s-e-benassi-in-occasione\/","title":{"rendered":"Saluto di S.E. Benassi in occasione della 72\u00b0 Festa Nazionale della Repubblica Italiana (5 giugno 2018)"},"content":{"rendered":"<p>Sehr geehrter Herr Bundespr\u00e4sident a.D. Gauck,<br \/>sehr geehrte Frau Bundesministerin Kl\u00f6ckner,<br \/>sehr verehrte Staatsminister und Staatssekret\u00e4re,<br \/>sehr geehrte Mitglieder des Bundestages,<br \/>Exzellenzen, liebe Kollegen des diplomatischen Korps,<br \/>liebe Landsleute,<br \/>meine Damen und Herren,<\/p>\n<p>ich m\u00f6chte mich auch im Namen meiner Frau Monica bei den vielen G\u00e4sten bedanken, die heute mit uns den 72. Jahrestag der Italienischen Republik feiern. Wir sind in dieser sch\u00f6nen Botschaft zusammengekommen, die durch die Werke des gro\u00dfen italienischen Maestros und K\u00fcnstlers Michelangelo Pistoletto zus\u00e4tzlich bereichert worden ist.<\/p>\n<p>Es ist ein Jahrestag, den wir hier, wie in allen unseren Botschaften und Konsulaten auf der ganzen Welt, mit Freude begehen. Dabei f\u00fchlen wir uns verpflichtet, an alle Epochen unserer Republik zu erinnern, sowohl an die guten als auch an die schwierigen.<br \/>Das tun wir an erster Stelle mit unseren Landsleuten, aber auch mit unseren Kollegen des diplomatischen Corps und mit den vielen Freunden, Kollegen und deutschen Institutionen, mit denen wir t\u00e4glich zusammenarbeiten. Im Vordergrund steht hierbei die<strong> weitere St\u00e4rkung der traditionell, ausgezeichneten Beziehungen zwischen Italien und Deutschland, den Gr\u00fcnderl\u00e4ndern des gemeinsamen europ\u00e4ischen Hauses.<\/strong><\/p>\n<p>Das vergangene Jahr hat uns gezeigt, dass die Herausforderungen gewachsen sind, vor denen wir seit einigen Jahren sowohl auf globaler als auch auf europ\u00e4ischer Ebene stehen und von denen ich annehme, dass sie uns noch lange Zeit besch\u00e4ftigen werden.<br \/>Die Auswirkungen von Globalisierung und Digitalisierung und die vielen regionalen Krisen erinnern uns t\u00e4glich daran, dass sich politische sowie wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen kontinuierlich gegenseitig beeinflussen. Seit Jahrzehnten hatten wir uns diesbez\u00fcglich an eine positive Dynamik gew\u00f6hnt. Seit einigen Jahren jedoch sind die Auswirkungen vornehmlich mit Problemen behaftet.<br \/>Die \u00f6ffentliche Meinung spiegelt Warnsignale und die Forderung wider, dass sich die Politik dieser Probleme annehmen muss.<\/p>\n<p>Unser Kontinent ist dieser gigantischen globalen Herausforderung nicht entkommen, die wie eine Matroschka viele andere beinhaltet (wirtschaftlicher Stillstand, Migrationsstr\u00f6me, Terrorismus, Klimawandel, protektionistische Tendenzen, Risiken der Verbreitung von Atomwaffen usw.).<\/p>\n<p>Europa ist in vielerlei Hinsicht die Wiege unserer Zivilisation und Kultur. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen hat es sich aber manchmal als unschl\u00fcssig erwiesen. Trotz der Lehren der Geschichte, scheinen wir nicht in der Lage zu sein, alle Werkzeuge unserer Kultur und unseres Wertesystems zu nutzen.<br \/>Wir sind in der Tat zu sehr damit besch\u00e4ftigt, die Nachrichten mit der Geschichte oder gar den Tweet mit der Politik zu verwechseln.<\/p>\n<p>Auf diesem, manchmal nichtlinearen Weg haben wir es oft f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich gehalten, dass die gro\u00dfen Fortschritte der letzten siebzig Jahre f\u00fcr immer erreicht worden sind. Wenn wir einen Moment innehalten, um dar\u00fcber nachzudenken, findet sich vielleicht genau darin der gr\u00f6\u00dfte Fehler.<\/p>\n<p>Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Wohlstand, wirtschaftliche Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und die Gleichstellung der Geschlechter sind keine statischen Gr\u00f6\u00dfen, sondern das Ergebnis eines Prozesses st\u00e4ndiger Bem\u00fchungen und Fortschritte. Was erworben wird, muss jeden Tag verteidigt und gest\u00e4rkt werden. Das ist schlie\u00dflich das Erbe, das wir von unseren V\u00e4tern erworben haben, um sie unseren Kindern in einem bestm\u00f6glichen Zustand zu \u00fcbergeben. Was uns heute vielleicht haupts\u00e4chlich beunruhigt (und das sage ich mit elterlicher Sorge), ist die Angst, unseren Kindern nicht das Kapital mitgeben zu k\u00f6nnen, das wir von unseren Eltern erhalten haben.<\/p>\n<p>Unsere Herausforderung ist daher schwierig, aber gleichzeitig auch klar. <strong>Wir m\u00fcssen uns bem\u00fchen, eine bessere Gesellschaft zu hinterlassen, nicht eine schlechtere.<\/strong><\/p>\n<p>Um dies zu erreichen, m\u00fcssen wir meines Erachtens etwas zur\u00fcckgewinnen, das wir vielleicht in den letzten Jahren verloren haben. Wie der Pr\u00e4sident der Italienischen Republik Sergio Mattarella k\u00fcrzlich in seiner Rede &#8220;Zur Lage der Union&#8221; (The State of the Union) in Florenz erkl\u00e4rte:<br \/><strong>&#8220;Wenn es die Solidarit\u00e4t war, die es erm\u00f6glichte, unsere Union zu gr\u00fcnden, dann ist es nicht ohne Bedeutung, zu diesem &#8211; fast schon urspr\u00fcnglichen &#8211; Band zur\u00fcckzukehren, um die heutigen Probleme anzugehen.&#8221; Und weiter &#8220;Die eifrige Solidarit\u00e4t der Anf\u00e4nge scheint sich tats\u00e4chlich in eine stagnierende Gleichg\u00fcltigkeit verwandelt zu haben; in ein Misstrauen, das sich auf allen Ebenen ausbreitet und das zunehmend dazu f\u00fchrt, dass die \u00f6ffentliche Meinung, die Regierungen, die gemeinsamen Institutionen gegenseitigen Argwohn hegen&#8221;.<\/strong><\/p>\n<p>Gestatten Sie mir einen pers\u00f6nlichen Exkurs, der nicht ganz unabh\u00e4ngig von diesen Ausf\u00fchrungen von Pr\u00e4sident Mattarella ist. Nach mehr als drei\u00dfig Jahren diplomatischer Laufbahn, die haupts\u00e4chlich mit Fragen der Europ\u00e4ischen Union zu tun hatte, gibt es einen Begriff, der meiner Meinung nach zunehmend zum Symbol eines introvertierten und f\u00fcr k\u00fcnftige Herausforderungen immer weniger offenen Europas geworden ist. Dieser traurige und &#8211; im Wesentlichen irref\u00fchrende &#8211; Begriff ist der des &#8220;Nettozahlers&#8221; (und ich m\u00f6chte daran erinnern, dass Italien auch ein Nettozahler ist). Eine buchhalterische Definition, die es nicht nur unm\u00f6glich macht, sich mit einem politischen Ziel verkn\u00fcpfen zu lassen, sondern auch eine echte &#8220;wirtschaftliche Bilanz&#8221; nur zum Teil genau darstellt.<br \/>Was mir jedoch klar ist, ist die Tatsache, dass wir in Europa nur zwischen zwei Kategorien von Begriffen w\u00e4hlen k\u00f6nnen: &#8220;<em>Entweder sind wir alle Nettogewinner oder wir sind alle Nettoverlierer<\/em>&#8220;.<\/p>\n<p>Wie Ministerpr\u00e4sident Conte vor wenigen Stunden vor dem Senat bekr\u00e4ftigte: \u201c<strong>Die Interessen Italiens und Europas stimmen \u00fcberein.<\/strong>\u201c In seiner Rede sprach er au\u00dferdem ein gerechteres Europa an, das die Grunds\u00e4tze von Solidarit\u00e4t und Verantwortung miteinander verbindet.<br \/>Ich bin mir sicher, dass wir auf dem Weg dahin die richtigen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Entwicklung und Aufschwung definieren k\u00f6nnen, die ein b\u00fcrgernahes Europa garantieren.<\/p>\n<p>Zum Ende meiner Rede widme ich mich nun bewusst den in allen Bereichen so intensiven bilateralen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland, denn sie wachsen und entfalten sich in einem globalen Rahmen und insbesondere im Kontext der Europ\u00e4ischen Union.<br \/>Diese beiden Ebenen st\u00e4rken sich gegenseitig, k\u00f6nnten sich aber auch gegenseitig schw\u00e4chen. Die Geschichte der letzten 60 Jahre war f\u00fcr uns von Erfolgen bestimmt, die wir jetzt nicht einb\u00fc\u00dfen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Gestatten Sie mir nun, die italienische Gemeinschaft in diesem Land kurz in meiner Muttersprache zu begr\u00fc\u00dfen. Eine gro\u00dfe, historische Gemeinde, die sich \u00fcber die gesamte Bundesrepublik verteilt. Eine sch\u00f6ne Gemeinschaft, deren Anteil an jungen Menschen stetig w\u00e4chst (Berlin ist hier ein gutes Beispiel), die sich, um wichtige Lebenserfahrungen zu sammeln, von Deutschland angezogen f\u00fchlen.<\/p>\n<p><em>Un saluto, appunto, alla nostra bellissima collettivit\u00e0 italiana<strong><br \/><\/strong>Una collettivita storica, numerosa, di grande laboriosit\u00e0 e dal grande contributo prestato alla crescita di questo Paese.<\/em><br \/><em>L\u2019Italia in Germania Paese si sente fieramente rappresentata da voi cos\u00ec come voi tutti mantenete il legame affettivo e culturale con il nostro Paese, dandomene ogni giorno anche a me dimostrazione.<\/em><br \/><em>Guardo con molto interesse e cura anche ai giovani italiani che numerosi sono venuti in questo Paese negli ultimi anni.<\/em><br \/><em>A loro dedichiamo diverse attivit\u00e0 della nostra Ambasciata a Berlino ed abbiamo iniziato anche con i nostri Consolati ed Istituti di Cultura in altre citt\u00e0 di questo Paese.<\/em><br \/><em>Ai giovani dico che il nostro Paese si sforzer\u00e0 sempre pi\u00f9 affinche la loro decisione di lasciare l\u2019Italia per altre destinazioni debba essere solo il frutto di una scelta e mai di una costrizione.<\/em><br \/><em>Ed \u00e8 esattamente con questo ultimo auspicio che sono felice di festeggiare con voi l\u2019anniversario della Repubblica Italiana.<\/em><\/p>\n<p>Meine t\u00e4gliche Arbeit und mein Engagement sind nat\u00fcrlich auch dieser Gemeinschaft gewidmet, so wie auch die aller meiner Mitarbeiter. Ich nehme diese Gelegenheit daher gerne zum Anlass, meinem gesamten Team zu danken, das so engagiert, so kompetent und mit gro\u00dfer Verantwortung seine Aufgaben wahrnimmt und mich in allen Belangen unterst\u00fctzt. Ich m\u00f6chte mich auch bei dem Italieschem Kulturinstitut bedanken, dass von Herrn Professor Luigi Reitani hervorragend geleitet wird.<\/p>\n<p>Wie ich bereits im vergangenen Jahr \u00fcber unsere bilateralen und europ\u00e4ischen Beziehungen sagte: &#8220;Manchmal diskutiert man \u00fcber die Mittel und Wege. Aber ich erinnere mich nicht, auch nur ein einziges Mal uneins \u00fcber die Ziele gewesen zu sein.&#8221; Das sollten wir nicht vergessen.<\/p>\n<p>Ich bedanke mich f\u00fcr Ihren Besuch und w\u00fcnsche Ihnen allen einen angenehmen Abend in unserem sch\u00f6nen <em>Palazzo<\/em> am Tiergarten!<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sehr geehrter Herr Bundespr\u00e4sident a.D. 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