Für ein bilaterales Treffen mit dem Bundesminister des Auswärtigen Johann Wadephul und für Gespräche mit weiteren europäischen Außenministern der EVP ist Außenminister Antonio Tajani gestern nach Wiesbaden gereist.
Tajani und Wadephul erörterten die Stärkung der italienisch-deutschen Beziehungen, ausgehend von einem wachsenden Handelsaustausch (+2 % im Jahr 2025) und einem großen Potenzial für Kooperationen in den Bereichen Verteidigung, Verkehr und Energiewende. Dabei stand der Grundsatz der Technologieneutralität im Mittelpunkt. Die Minister behandelten auch das Thema der EU-Erweiterung: Tajani bekräftigte die Priorität, welche die italienische Regierung der Integration der Westbalkanländer beimisst. Mit Blick auf transatlantische Themen bestätigte Tajani zudem, wie wichtig es ist, die Einheit unter den Verbündeten zu wahren und die EU-US-Erklärung vom vergangenen August sowie die jüngste bilaterale Vereinbarung über kritische Mineralien vollständig umzusetzen. Gerade in letzterem Bereich arbeiten Italien und Deutschland zur Förderung einer stärker wahrnehmbaren Rolle Brüssels eng zusammen.
Die beiden Minister diskutierten die Unterstützung der Verhandlungsbemühungen Pakistans für eine diplomatische Lösung im Iran sowie die Notwendigkeit, die für die globale Ernährungssicherheit unerlässliche freie Schifffahrt in der Straße von Hormus sicherzustellen. In diesem Zusammenhang hob Minister Tajani die heutige Gründung der „Rom-Koalition“ mit Kroatien für den Zugang zu Düngemitteln und Ernährungssicherheit in der Straße von Hormus hervor, an der rund 40 Länder und die FAO beteiligt sind. Ferner erörterten die Minister die Entwicklungen in Gaza und die Notwendigkeit, den Waffenstillstand im Libanon aufrechtzuerhalten, sowie die Zeit nach dem UNIFIL-Mandat.
Das Treffen bot Gelegenheit, die gemeinsame Arbeit von Rom und Berlin zu den Themen europäische Wettbewerbsfähigkeit – mit Schwerpunkt auf den Energiepreisen – und Reformen zu verstärken.