Der Staatssekretär: „Unsere Gemeinschaften sind eine wertvolle Ressource. Wir müssen ihre Verbindung zu Italien stärken und ihnen eine immer aktivere Rolle zukommen lassen.“
Der Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten und Internationale Zusammenarbeit, Massimo Dell’Utri, reiste am 13. und 14. Oktober zu einem offiziellen Besuch nach Deutschland. Etappen dieser Reise waren Stuttgart und München, wo das Zusammentreffen mit den italienischen Gemeinschaften, die Intensivierung der Aktivitäten des konsularischen Netzwerks sowie die Stärkung der Beziehungen zu den vor Ort ansässigen Unternehmen und Medien im Vordergrund standen.
Mit über 909.000 Landsleuten, die zum 30. September 2026 in den konsularischen Registern eingetragen waren, ist Deutschland weltweit betrachtet ein sehr wichtiges Zentrum italienischer Auslandspräsenz. In dieser großen und vielschichtigen Gemeinschaft leben Generationen von Italienern zusammen, die sich hier ein Leben aufgebaut haben, Familien, die mittlerweile vollständig integriert sind, sowie eine neue Gruppe von Zuwanderern aus jungen Menschen, Fachleuten und qualifizierten Arbeitskräften.
„Die italienische Gemeinschaft in Deutschland ist hinsichtlich ihrer Geschichte, ihrer Fähigkeiten und ihrer Integrationsfähigkeit außergewöhnlich. Neben denen, die vor vielen Jahren hierhergekommen sind und zum wirtschaftlichen und sozialen Wachstum dieses Landes beigetragen haben, entscheiden sich heute viele junge Menschen für Deutschland, um hier zu studieren, zu arbeiten und eine Zukunft aufzubauen. Diese unterschiedlichen Erfahrungen eint jedoch die Verbindung zu Italien, die wir weiterhin pflegen und wertschätzen müssen. Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass sich jede Generation als Teil einer lebendigen Gemeinschaft fühlt, die Gehör findet und den italienischen Institutionen immer näher steht“, erklärte Staatssekretär Dell’Utri.
Im Verlauf der Reise galt der Arbeitsweise der Konsularabteilungen und den Bedürfnissen einer sich ständig weiterentwickelnden Gemeinschaft besonderes Interesse. Mit über 199.000 registrierten Landsleuten ist der Konsularbezirk Stuttgart der größte in Deutschland, während München aufgrund des Wachstums der italienischen Gemeinschaft und des Anteils neuer Fachkräfte hervorsticht.
Die Reise ist Teil des Vorhabens des Außenministeriums, die konsularischen Dienstleistungen durch Verwaltungsvereinfachung, digitale Innovation und einen ständigen Austausch mit den italienischen Staatsbürgern im Ausland immer effizienter und zugänglicher zu gestalten.
Ein zentrales Thema war zudem die Neubesetzung der Komitees der Italiener im Ausland (Com.It.Es.), deren Wahlen am 4. Dezember stattfinden. In Deutschland sind in den betreffenden Wahlkreisen etwa 770.000 Personen wahlberechtigt. Voraussetzung für die Teilnahme an der Wahl ist das Beantragen der Eintragung in das Wählerverzeichnis bis zum 4. November.
„Die Com.It.Es. sind grundlegende Gremien der Vertretung und Teilhabe, denn sie ermöglichen es unseren Landsleuten, konkret zum Leben ihrer Gemeinschaften beizutragen und eine direkte Beziehung zu den italienischen Institutionen aufrechtzuerhalten. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen informiert sind, die Rolle dieser Gremien kennen und sich bewusst für eine Teilnahme entscheiden können. Je besser es ihr gelingt, sich Gehör zu verschaffen, desto stärker ist eine Gemeinschaft“, fügte Dell’Utri hinzu.
Während der Reise wurde auch erneut darauf hingewiesen, wie wichtig die Förderung der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Bindungen zwischen Italien und seinen Bürgern im Ausland ist. In diesem Zusammenhang spielt der „Turismo delle Radici“ eine bedeutende Rolle. Dieser zielt darauf ab, die Geschichte der italienischen Auswanderung in eine neue Chance zur Begegnung mit den Herkunftsgebieten zu verwandeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf kleineren Gemeinden und den jüngeren Generationen.
„Die Beziehung zu Italien darf nicht mit der Auswanderung enden. Wir wollen neue Möglichkeiten schaffen, damit unsere Landsleute und ihre Nachkommen ihre Wurzeln wiederentdecken, die Heimatgebiete ihrer Familien kennenlernen und zu deren Entwicklung beitragen können. Der ‚Turismo delle Radici‘ geht genau in diese Richtung: Er stärkt eine zugleich emotionale, kulturelle und wirtschaftliche Verbindung. Gleichzeitig müssen wir ein offenes Ohr haben für die neue Mobilität und die Fähigkeiten der vielen im Ausland lebenden und arbeitenden Italiener wertschätzen“, betonte der Staatssekretär.
Die Reise bestätigt das Interesse des Außenministeriums an einer der wichtigsten italienischen Gemeinschaften im Ausland. Sie unterstreicht auch die Absicht, durch mehr Beteiligung, bessere Dienstleistungen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Italien und Deutschland den Dialog mit den Landsleuten zu stärken.