Die Botschaft hat am Mittwochabend das Deutsch-Italienische Aerospace-Forum ausgerichtet. Die Veranstaltung wurde von der Italienischen Handelskammer für Deutschland (Itkam) anlässlich des Beginns der ILA in Berlin, einer der weltweit bedeutendsten Luft- und Raumfahrtmessen, organisiert. Wie in mehreren Redebeiträgen betont wurde, ist der Weltraum zu einem wesentlichen Faktor für wissenschaftlichen Fortschritt, aber auch für Wirtschaft, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Umweltschutz geworden. Vor allem aber muss in diesem Bereich die europäische Souveränität zum Ausdruck kommen. Dies bekräftigte auch Botschafter Fabrizio Bucci in seiner Eröffnungsrede: „Der autonome und zuverlässige Zugang zum Weltraum ist ein Schlüsselelement der technologischen und strategischen Leistungsfähigkeit Europas. Es handelt sich zudem um einen Sektor, in dem Innovation, Industriepolitik und Sicherheitsinteressen zusammenlaufen“, wobei er betonte, dass unser Kontinent auch im spezifischen Bereich der Trägerraketen in der Lage sein muss, wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt mit industriellem Wachstum zu verbinden. Der Botschafter erinnerte zudem: „Seit dem Start von San Marco 1 im Jahr 1964 hat Italien eine führende Rolle in der internationalen Raumfahrt gespielt. Heute tragen die italienische Industrie und Forschung zu einigen der fortschrittlichsten europäischen und internationalen Programme bei, von bemannten Raumflügen bis zur Erdbeobachtung, von der Weltraumerforschung bis hin zu Telekommunikation und Trägersystemen.“
Der Botschafter bekräftigte zudem, dass das Ausrichten des Forums für ihn eine Freude und auch eine großartige Gelegenheit war. Denn es eignet sich perfekt zur Umsetzung einer Wirtschaftsdiplomatie, die sich in den Dienst strategischer Sektoren stellt: Botschaften können als Plattformen dienen, auf denen Institutionen, Unternehmen, Forscher und innovative Kräfte zusammenkommen, gemeinsame Interessen ausmachen und neue Kooperationsformen aufbauen.
Anwesend war auch der Generaldirektor der ESA, Josef Aschbacher, der an das vor wenigen Wochen in der Italienischen Botschaft unterzeichnete Abkommen zwischen der Europäischen Weltraumorganisation und der japanischen Weltraumagentur erinnerte. Vor allem dankte Generaldirektor Aschbacher Italien und Deutschland für ihren Beitrag zum Gipfel in Bremen Ende November 2025 und für die Unterzeichnung verschiedener Programme der Europäischen Weltraumorganisation, als „ein Beweis für großes Vertrauen in die ESA“.
Ehrengast des Abends war die Astronautin Samanta Cristoforetti, die in einer Rede die bevorstehenden Herausforderungen für unseren Kontinent aufzeigte. Ihrer Ansicht nach darf Europa nicht auf Autarkie setzen, sondern muss in der Lage sein, „durchaus ein verlässlicher, aber auch starker Partner zu sein. Ein Partner also, der bei Entscheidungen maßgeblich mitreden kann. Ein Partner, der Optionen hat. Ein Partner, der einmal mehr die strategische Freiheit besitzt, seinen eigenen Weg zu gehen“. Samanta Cristoforetti begeisterte das anwesende Publikum mit wunderschönen Fotos der Erde, die von der Besatzung aufgenommen wurden, die kürzlich den Mond umflogen hat. Sie schloss mit den Worten: „Es gibt eine europäische technologische Autonomie, und es gibt eine solide europäische Industrie, die Besatzungen zum Mond bringen kann. Das wird nicht in vier oder fünf Jahren geschehen. Das zu glauben, wäre verrückt. Aber ich hoffe zumindest, dass wir auf die Frage ‚wo steht Europa?‘ sagen können: ‚Wir sind auf dem richtigen Weg und kommen schnell voran.‘
Auf ihren Vortrag folgte eine Diskussion zwischen einigen Unternehmen der Branche mit Hélènen Huby (The Exploration Company), Giuseppe La Marca (MHP – Porsche Company), Lorenzo Rossi (Technologycom) und Giovanni Zoccali (ELT Group).
Auch die Würdigung von Luca Parmitano durfte nicht fehlen. Dieser italienische Astronaut wurde von der NASA als Pilot für die für nächstes Jahr geplante Artemis-IV-Mission ausgewählt – ein entscheidender Schritt, um die Menschheit wieder auf den Mond zu bringen.
Credit Photos: Mateusz Skóra