Die Italienische Botschaft in Berlin hat mit einer Abendveranstaltung einen Rahmen für die Präsentation der deutschen Beteiligung an der Biennale von Venedig geschaffen, die von Samstag, dem 9. Mai, bis Sonntag, dem 22. November 2026, stattfindet. „Für Italien ist es stets eine große Ehre, Kunstschaffende, Kuratoren und Kultureinrichtungen aus aller Welt in Venedig willkommen zu heißen“, erklärte Botschafter Fabrizio Bucci.
Der deutsche Pavillon wird entsprechend der künstlerischen Vision von Henrike Naumann und Sung Tieu gestaltet, die von der Kuratorin Kathleen Reinhardt, Direktorin des Georg-Kolbe-Museums in Berlin, für das diesjährige Projekt ausgewählt wurden. Die 1984 in Zwickau geborene und kürzlich verstorbene Künstlerin Henrike Naumann wuchs in der ehemaligen DDR auf und entwickelte eine Kunst auf Grundlage von Installationen, die Design, Möbel und Videos kombinieren, um die gesellschaftlichen Erinnerungen an die deutsche Wiedervereinigung und die daraus resultierenden politischen Spannungen zu erforschen. Der Beitrag der 1987 in Vietnam geborenen, aber in Deutschland aufgewachsenen Künstlerin Sung Tieu, ist von den Erfahrungen mit Migration und Globalisierung nach dem Kalten Krieg geprägt. Zum ersten Mal wird der deutsche Pavillon ausschließlich von Frauen gestaltet.
Nach dem Botschafter sprach Gitte Zschoch, die Generalsekretärin des Instituts für Auslandsbeziehungen (Ifa), das zu den führenden deutschen Institutionen der internationalen Kulturdiplomatie zählt und seit 1971 mit der Organisation der deutschen Beteiligung an der Biennale von Venedig betraut ist. Die Direktorin des Museums Abteiberg in Mönchengladbach, Susannte Titz, erinnerte dagegen an das Werk und den künstlerischen Beitrag von Henrike Naumann. Im Gespräch mit der Kuratorin Kathleen Reinhardt erläuterte Sung Tieu anschließend die Ausgestaltung des Biennale-Pavillons.
An der Abendveranstaltung nahmen zahlreiche Gäste aus der Berliner und internationalen Kulturszene teil, darunter Museumsdirektoren und -kuratoren, Sammler, Kunstschaffende und Galeristen.
Der Botschafter dankte den Anwesenden und hob die tiefe Verbundenheit zwischen der deutschen Kunstszene und der Botschaft hervor, die „darauf abzielt, zunehmend zu einem Kulturzentrum für Berlin, ein Begegnungsort für Künstler, Kuratoren, Institutionen und Kulturliebhaber zu werden. In diesem Bestreben spielen die bildenden Künste eine besondere Rolle, wie unsere ständig wachsende und sich weiterentwickelnde Kunstsammlung verdeutlicht.“