Der italienische Außenminister Antonio Tajani nimmt am 15. April in Berlin an der dritten internationalen Sudan-Konferenz teil. Die Konferenz wird von Deutschland gemeinsam mit der Europäischen Union, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten und der Afrikanischen Union ausgerichtet. Angesichts der angespannten Lage am Golf und der ungewissen Aussichten in Bezug auf den Waffenstillstand zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten „darf die internationale Gemeinschaft den Bürgerkrieg im Sudan dennoch nicht vergessen. Wir müssen das Ende der Kämpfe beschleunigen, und alle Länder der Region müssen dabei helfen“, so Tajani.
Die Konferenz in Berlin folgt auf die Treffen in Paris (2024) und London (2025). Sie bringt Vertreter der Vereinten Nationen, regionaler und internationaler Organisationen, der sudanesischen Zivilgesellschaft, von Nichtregierungsorganisationen und der wichtigsten Geber zusammen. Ziel ist es, die Reaktion auf die anhaltende Krise zu verstärken und einen Weg zu dauerhaftem Frieden sowie zu einem von zivilen Behörden geführten Übergang zu unterstützen.
Tajani erinnert daran, dass „der Konflikt im Sudan weiterhin schwerwiegende humanitäre Folgen hat. Dies zeigt sich durch weit verbreitete Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, großflächige Vertreibung und zunehmende Auswirkungen auf die gesamte Region. Fast zwei Drittel der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gleichzeitig bleibt der Zugang schwierig und wir sehen uns einer Verringerung der verfügbaren Finanzmittel gegenüber.“
In diesem Zusammenhang hat die italienische Regierung Ende 2025 die Initiative „Italy for Sudan“ ins Leben gerufen. Das Projekt entstand auf Initiative des Ministers und stellt einen weiteren Schritt im humanitären Engagement Italiens zur Unterstützung der sudanesischen Bevölkerung dar. Der integrierte Ansatz bezieht das gesamte Land, die wichtigsten humanitären Organisationen und die Zivilgesellschaft ein.
Am 25. Dezember startete die erste Hilfslieferung per Luftbrücke mit humanitären Gütern für 2.500 Schülerinnen und Schüler von Schulen für Kinder vertriebener Familien, die von der Kirchengemeinde Port Sudan betrieben werden. Am vergangenen Osterwochenende wurde eine zweite Lieferung von Hilfsgütern mit weiteren lebensnotwendigen Nahrungsmitteln verteilt. Bis Ende April sollen weitere Lieferungen mit lebensnotwendigen Gütern (darunter Familienzelte, wasserdichte Planen, Moskitonetze, Matratzen, Kanister und Wassertanks, Küchensets und Hygieneartikel) folgen. Insgesamt sind rund 107 Tonnen Hilfsgüter für 4.245 vertriebene Familien in 31 Lagern im Bundesstaat Rotes Meer bestimmt.
Im Rahmen von „Italy for Sudan“ wurden der FAO im März außerdem fünf Millionen Euro bereitgestellt, um landwirtschaftliche Nothilfe und auf Viehzucht basierende Lebensgrundlagen zu unterstützen. Die IFRC erhielt zudem eine Million Euro, um den vom Konflikt in Darfur am stärksten betroffenen Gemeinden Notunterkünfte und medizinische Hilfe zu bieten sowie Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen.