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Wissenschaft und Technologie

Deutschland investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung. Gemäß den neuesten verfügbaren Zahlen (Bundesbericht Forschung und Innovation 2022 [1]) beliefen sich die Investitionen in den Jahren 2018, 2019 und 2020 auf 104,7, 110,0 bzw. 106,6 Mrd. Euro. Setzt man den Mittelwert dieser Beträge ins Verhältnis zum durchschnittlichen BIP selbiger Jahre, ergibt sich ein Anteil von 3,13 %. Obwohl dieser bereits deutlich über den angestrebten 3,0 % liegt, wird die Debatte über die Erhöhung der Investitionen mit einem Ziel von 3,5 % [2,3] aktiv fortgesetzt.
Die Aufschlüsselung nach öffentlichem und privatem Sektor zeigt, dass 69 % der Investitionen vom privaten Bereich getragen werden (66 % im Jahr 2020, auch ein Indiz für die Pandemiekrise). Das ist untypisch für Europa, da dieser Wert deutlich höher liegt als in Frankreich mit 56 %, als der EU-Durchschnitt mit 56 %, als in Großbritannien und Italien mit jeweils 52 %. Somit ist er eher vergleichbar mit Japan (78 %) und den USA (74 %). Ein relativ großer Teil, nämlich fast ein Drittel, dieser Investitionen entfällt auf die Automobilindustrie (siehe unten).
Der öffentliche Anteil an den Investitionen beträgt somit rund 31 % der Gesamtinvestitionen. Die Investitionen des Bundes in Höhe von rund 20 Mrd. Euro werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (12,2 Mrd.), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (4,5 Mrd.) und rund 20 weiteren Bundesbehörden verteilt, die den Rest übernehmen. Schlüsselt man die Bundesmittel in Höhe von etwa 15 Mrd. nach Wissenschafts- bzw. Technologiebereichen auf, so sind die wichtigsten Bereiche die medizinische Forschung (3,6 Mrd.) sowie die Luft- und Raumfahrt (2,0 Mrd.). Danach folgen mit jeweils etwa 1,4 Mrd. Energie, Klima, Militärforschung, IT und Telekommunikation, Großgeräte, Human- und Sozialwissenschaften sowie Innovationsfinanzierung in kleinen und mittleren Unternehmen. Die regionalen Investitionen belaufen sich auf insgesamt fast 12 Mrd, und als Anteil am regionalen BIP reichen sie von 1,58 % in Schleswig-Holstein bis 5,64 % in Baden-Württemberg; in absoluten Zahlen ist Nordrhein-Westfalen mit 3,1 Mrd. der größte Geldgeber, gefolgt von Bayern mit 2,4 Mrd.
Die Gesamtausgaben für Bildung liegen seit einigen Jahren bei etwa 6,5 % des BIP, sind in absoluten Zahlen jedoch parallel zum BIP gestiegen: +25 % seit 2010, derzeit 218 Mrd.. Das Gesamtbudget für Forschung und Bildung steigt im Verhältnis zum BIP leicht an (derzeit rund 10 %), in absoluten Zahlen ist es seit 2010 allerdings um rund 30 % gestiegen.
Die Zahl der in der Forschung Beschäftigten liegt derzeit bei etwa 735 000 und ist damit gegenüber 708 000 im Jahr 2018 leicht gestiegen (zum Vergleich: 2005 lag die Zahl noch bei 475 000). Das entspricht etwa 1,4 % der Gesamtbeschäftigten (Italien 1 %, Schweden 1,6 %), von denen sich mehr als die Hälfte auf Baden-Württemberg und Bayern konzentrieren. In dieser Hinsicht hat Deutschland eine ähnliche Wachstumsrate wie China und liegt nur unter der von Südkorea.
Im Vergleich dazu gibt Italien insgesamt 1,45 % des BIP für Forschung aus und liegt damit nahe am Landesziel von 1,53 %. Daraus ergeben sich Gesamtinvestitionen von 415 Euro pro Kopf im Vergleich zu 1300 Euro in Deutschland. Die öffentlichen Investitionen liegen näher beieinander: Italiens Anteil an den Gesamtinvestitionen beträgt 48 % gegenüber 31 % in Deutschland, was 210 Euro pro Kopf gegenüber 375 Euro pro Kopf entspricht.
Eine ausführlichere Beschreibung des deutschen Forschungssystems ist HIER (auf Italienisch) verfügbar.

Italienische Präsenz in Forschungseinrichtungen
Laut Statistischem Bundesamt und DZHW ist Italien nach China, Indien, Syrien, Österreich und Russland das sechstgrößte Herkunftsland von ausländischen Studierenden (über 9000). 6000 von ihnen wollen in Deutschland ihren Abschluss machen, das heißt sie sind dauerhaft und nicht nur im Rahmen eines Austauschs hier.
Italien steht außerdem nach Frankreich an zweiter Stelle der Zielländer für Erasmus-Studierende aus Deutschland.
Schließlich ist Italien mit 3985 Beschäftigten das erste Herkunftsland von internationalem wissenschaftlichen Personal an deutschen Hochschulen (gefolgt von 3880 Indern, 3706 Chinesen und 2925 Österreichern). Davon sind rund 290 Universitätsprofessorinnen und -professoren, welche die drittgrößte nationale Gruppe nach dem Universitätspersonal aus Österreich (715) und der Schweiz (311) bilden. Auch bei den Beschäftigten in den vier größten Forschungsinstituten (MPG, Helmholtz, FhG, Leibniz) liegt Italien mit rund 1100 Forschenden (9 % des ausländischen Personals) vor China (1000) und Indien (800) an der Spitze. Insgesamt sind somit über 5000 Landsleute in deutschen Forschungseinrichtungen beschäftigt.