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24.01.2023: Podiumsdiskussion “Rare Earth elements and the materials for the twin transition: a challenge for the European strategic autonomy”

Wie können Italien und Deutschland zusammenarbeiten, um für die Versorgung mit Rohstoffen und Seltenen Erden die richtigen Prioritäten in der europäischen Agenda zu setzen? So lautete das zentrale Diskussionsthema der Veranstaltung “Rare Earth elements and the materials for the twin transition: a challenge for the European strategic autonomy”, die heute in der Italienischen Botschaft in Berlin stattgefunden hat.

Die Podiumsdiskussion bot einen Rahmen für den Gedankenaustausch unter zahlreichen Fachleuten, die unmittelbar in dieses Thema von wachsender strategischer Bedeutung involviert sind. Zu ihnen zählten die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Franziska Brantner, die Direktoren der ERMA (European Raw Materials Alliance) Massimo Gasparon und der DERA (Deutsche Rohstoffagentur) Dr. Peter Buchholz sowie der Koordinator des Runden Tisches zum Thema Rohstoffe im Ministerium für Unternehmen und die Förderung von „Made in Italy“, Giacomo Vigna. An der Veranstaltung nahmen auch hochrangige Vertreter des BDI und anderer Branchenverbände, der Confindustria, des Bundestags sowie Vertreter aus Wissenschaft und Think-Tanks teil.
Ausgangspunkt für das heutige Treffen war die Erkenntnis, dass die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen, die zur Unterstützung des zweifachen Wandels in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung benötigt werden, in naher Zukunft deutlich steigen wird, da fossile Technologien schrittweise zugunsten neuer Transformationsprozesse aufgegeben werden. Bei der Gewinnung und Verarbeitung dieser Mineralien sind Europa und damit auch Deutschland stark von einigen wenigen Ländern abhängig: Mehr als 80 Prozent der Seltenen Erden werden in China gewonnen oder verarbeitet, während Südafrika und Russland eine dominierende Stellung beim Abbau von Platin und Palladium einnehmen. Mit dem erwarteten exponentiellen Anstieg der Nachfrage nach diesen Rohstoffen könnten sich diese Abhängigkeiten noch weiter verfestigen und sich negativ auf die Volkswirtschaften auswirken.
Deutschland und Italien haben als erst- bzw. zweitstärkste Fertigungsindustrie Europas ein gemeinsames Interesse daran, auch auf europäischer Ebene eine nachhaltige und widerstandsfähige Strategie für die europäische Industrie sicherzustellen. Auch mit Blick auf die Ausarbeitung des „European Critical Raw Materials Act“ im europäischen Kontext, dessen Abschluss im März erwartet wird, sollte die heutige Podiumsdiskussion eine Annäherung der Positionen voranbringen.

„Der Zweijahreszeitraum 2021-2022 wird wahrscheinlich als ein entscheidender Moment des Wandels in die Geschichte eingehen, der den Weg für eine Neudefinition der Rolle der Geopolitik und der internationalen Beziehungen geöffnet hat“, bemerkte Botschafter Armando Varricchio einleitend. Die globale Versorgung mit so genannten kritischen Rohstoffen entzieht sich dieser Entwicklung nicht, sondern ist bereits ein integraler Bestandteil davon, fuhr der Botschafter fort, der dann betonte, dass es ein neues, komplexes Gleichgewicht zwischen dem Streben nach europäischer strategischer Autonomie und dem Schutz des freien internationalen Marktes zu finden gilt.

Nach Ansicht von Staatssekretärin Franziska Brantner haben Ereignisse wie die Pandemie und der Krieg in der Ukraine die Abhängigkeit von globalen Lieferketten und die Risiken für die Rohstoffversorgung deutlich gemacht. „Das gilt für alle EU-Länder, aber besonders für Deutschland und Italien als Fertigungswirtschaften. Daher ist eine Diversifizierung der Versorgungswege besonders aufgrund der asymmetrischen Abhängigkeit von China dringend notwendig.“

 

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© Dario-Jacopo Laganà