Außenminister Antonio Tajani nimmt morgen an den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen teil, die von den beiden Regierungschefs in der Villa Doria Pamphilj gemeinsam geleitet werden. Am Rande sind folgende Veranstaltungen geplant: bilaterale Treffen mit dem Bundesminister des Auswärtigen Johann Wadephul sowie der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche; Eröffnung des Business Forums Italien-Deutschland im Hotel Parco dei Principi; das erste Ministertreffen im „2+2-Format“ mit den Außen- und Verteidigungsministern Italiens und Deutschlands im italienischen Außenministerium (Farnesina).
Für Italien ist das Wirtschaftsforum mit Deutschland ein strategisch wichtiger Termin. Mit einem Handelsvolumen von über 150 Milliarden Euro pro Jahr ist Deutschland unser größter Handelspartner, das Hauptziel italienischer Exporte und unser wichtigstes Lieferland. Das Forum bietet Gelegenheit, italienische Unternehmen zu unterstützen und im Rahmen themenbezogener Panels über hochtechnologische Industrie (mit Schwerpunkt auf Automotive, Eisen und Stahl, Pharma), Infrastruktur und Konnektivität, Energie, Verteidigung, Sicherheit sowie Luft- und Raumfahrt darüber zu diskutieren, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit der stark integrierten italienischen und deutschen Industrie steigern lässt. Das Business-Forum, das auch B2B-Treffen umfasst, endet mit den Redebeiträgen von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Bundeskanzlers Friedrich Merz.
Die Minister Tajani und Wadephul werden auch europäische Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, den derzeit verhandelten mehrjährigen Finanzrahmen und Reformen sowie die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA erörtern. Tajani wird gegenüber seinen Gesprächspartnern das strategische Ziel bekräftigen, die Beziehungen zu Berlin auf bilateraler und europäischer Ebene im Rahmen des diesjährigen 75. Jahrestags der diplomatischen Beziehungen weiter zu stärken. Auf der Tagesordnung steht auch eine Diskussion über Grönland, bei welcher der Außenminister die Notwendigkeit des Dialogs und der Deeskalation mit den USA bekräftigen wird.
Bei dem „2+2”-Ministertreffen zwischen den Ministern Tajani und Crosetto sowie ihren deutschen Amtskollegen wird man auf die Koordinierung zwischen Rom und Berlin im Bereich der europäischen Verteidigung eingehen, um die europäische Säule der NATO durch Mobilisierung der erforderlichen Ressourcen zu stärken. Teil des Programms ist auch eine Diskussion über die diplomatische, finanzielle und militärische Unterstützung der Ukraine sowie über das gemeinsame Engagement im Nahen und Mittleren Osten.