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18.03.2022: Feierliche Restitution in Italien gestohlener und in Deutschland sichergestellter Kunstwerke

Am 18. März werden fünf gestohlene Kunstwerke, darunter eine Miniatur auf Pergament von Ludovico da Romagnano, ein Gemälde von Agostino Tassi und ein Manuskript von Michel de Nostredame, die in mehreren deutschen Bundesländern – Berlin, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg – sichergestellt wurden, dem Italienischen Botschafter Armando Varricchio übergeben. Die Restitution erfolgt im Rahmen eines Festaktes in der Italienischen Botschaft in Berlin, an dem Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Vertreter des Auswärtigen Amtes und Brigadegeneral Roberto Riccardi von der Carabinieri-Einheit für den Schutz des kulturellen Erbes teilnehmen werden.

Dazu äußert sich der Italienische Botschafter Armando Varricchio: „Diese Feier bietet Gelegenheit, den Worten ‚Freundschaft‘ und ‚Zusammenarbeit‘ konkrete Bedeutung zu verleihen. Es ist der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern, ihren Regierungen, dem Justizwesen und den Polizeikräften sowie dem Carabinieri-Kommando für den Schutz des kulturellen Erbes zu verdanken, dass dieses gute Ergebnis erzielt werden konnte.”

Die Geschichte der Miniatur auf Pergament von Ludovico da Romagnano ist eine Erfolgsgeschichte im Kampf gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern: 1990 wurde ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Messbuch des Künstlers Ludovico da Romagnano aus dem Archiv der Bischofskurie in Turin gestohlen. Einzelne Seiten, die so genannten Miniaturen auf Pergament, wurden aus dem Messbuch herausgelöst und in Deutschland illegal zum Verkauf angeboten. Die Spezialabteilung der Carabinieri-Einheit für den Schutz des kulturellen Erbes entdeckte die wertvollen Seiten bei einer Online-Recherche. In Zusammenarbeit mit der deutschen Polizei beschlagnahmten sie diese und identifizierten sie als die fehlenden Originale. Nach ihrer Restitution werden die Miniaturen auf Pergament nach Turin zurückgebracht.

Die Kooperation bei der Sicherstellung und Rückgabe gestohlener Kunstwerke (einschließlich der im Zweiten Weltkrieg gestohlenen sowie geraubten oder als Hehlerware verkauften Kunstobjekte) ist eine der erfolgreichsten Seiten der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien.

Das Carabinieri-Kommando für den Schutz des kulturellen Erbes ist seit 1969 in Italien tätig und erhielt nach verschiedenen Umstrukturierungen seinen heutigen Namen und seine aktuelle Größe.

Die Rückgabe eines Gemäldes von David Teniers dem Jüngeren aus der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) am 17. März von Italien nach Deutschland, das seit 1945 durch den Zweiten Weltkrieg verloren gegangen war, und die Rückgabe von fünf Kunstgegenständen von Deutschland nach Italien am 18. März sind die ersten Restitutionen seit Pandemiebeginn. Dies ist jedoch ein deutliches Zeichen dafür, dass die bilaterale Zusammenarbeit in diesem wichtigen Bereich auch in der schwierigen Pandemie-Situation niemals eingestellt wurde. Im Februar 2020 hatte Kulturminister Dario Franceschini der damaligen Kulturstaatsministerin Monika Grütters eine Statue von Andrea Della Robbia übergeben.